abschied

abschied oft abends wenn der tag vergangen die luft kühl ist und es nach regen riecht spüre ich dieses rauschende wogende meer meiner träume in mir und ein tropfen daraus läuft über mein gesicht dann weiß ich was es heißt glücklich zu sein und meine traurigkeit ist wie das ferne grollen des donners am horizont

wagnis

wagnis eine dichte wolkendecke lässt kein licht mehr scheinen auf den grauen beton geduckter städte und lange schon haben wir aufgehört die menschen zu beweinen die von uns getrennt durch dicke stacheldrähte so sind wir blind geworden durch den staub der vorurteile und versanden in ruinen was er an unsrer stelle täte von allen quellen

ausblick

ausblick auf diesem letzten photo bist du so schön wie nie vorher die narbe auf deinem gesicht da wo der tod schon lauert liegt im schatten man sieht sie nicht dein blick gesenkt die rechte hand geöffnet die linke fest zur faust geballt und über allem diese traurigkeit aber auch schon frieden im wissen darum

fehlersuche

fehlersuche auf spitzbergen wurde vor kurzem ein eisbär erschossen einige von ihrem stumpfen leben gelangweilte kreuzfahrer gingen dort an land um die schönen tiere zu sehen ein eisbär wehrte sich gegen den unerwünschten besuch jetzt gibt es einen weniger die anzahl der kreuzfahrer ist gleichgeblieben finde den fehler

einsamer beter

einsamer beter wenn niemand mehr in deinem haus ist gehe ich leise durch die große tür und rieche noch den duft des weihrauchs und der abgebrannten kerzen mit dir allein zu sein im stillen dialog und dich zu spüren auch wenn du dich verbirgst das nenne ich glück und gnade und doch die trauer darüber