wagnis

eine dichte wolkendecke
lässt kein licht mehr scheinen
auf den grauen beton
geduckter städte

und lange schon haben wir aufgehört
die menschen zu beweinen
die von uns getrennt
durch dicke stacheldrähte

so sind wir blind geworden
durch den staub der vorurteile
und versanden in ruinen
was er an unsrer stelle täte

von allen quellen abgeschnitten
und das vergangene lehrt uns nichts
als nur das eine
es ist verdorrt was er einst säte

so torkeln wir verlassen
durch eine wüste toter gedanken
und finden immer nur uns
und unsere schranken

wir werden es nicht schaffen
wir müssten uns ganz neu erfinden
den himmel suchen und die Erde lieben
und danken für all das

was wir noch nicht verloren haben
vielleicht lässt es sich mehren
und findet wege stege brücken
wer kann es sagen

die welt besteht aus vielen stücken
wir könnten sie zusammentragen
wir könnten sie zusammenfügen
wir müssten tief uns danach bücken
wer will es wagen