Plädoyer für einen radikalen Perspektivenwechsel
ISBN: 978-3-98726-038-4
Oekom Verlag 2023, 320 Seiten
Unser westliches Zivilisationsmodell, das sich beinahe über die ganze Welt verbreitet hat, steckt in einer tiefen Krise. Das hat auch mit unserem falschen Bild von Natur zu tun: Wir nehmen in der Regel nur ihre wissenschaftlich beschreibbare »Außenseite« wahr und ignorieren beziehungsweise objektivieren ihre »Innenseite«. Doch ist es gerade diese Seite der Welt, die der Natur ihren Wert verleiht, da sie für Subjektivität, Freiheit, Gefühl, Kreativität und Kommunikation steht.
Die zerstörerischen Folgen dieser defizienten Weltanschauung sind in den letzten Jahrzehnten immer offensichtlicher geworden. So habe ich in diesem Buch versucht, eine neue Perspektive auf die Natur zu entwickeln und plädiere für eine umfassende Transformation unseres derzeitigen Lebensmodells. Das betrifft vor allem den ökologischen, sozialen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereich.
Doch eine tiefgreifende und dauerhafte ökonomische und sozial-ökologische Transformation erfordert auch und vor allem einen tiefgreifenden Wandel unseres Bewusstseins. Deshalb habe ich mich in diesem Buch neben umweltethischen und naturphilosophischen Fragen auch mit den spirituellen Dimensionen des Menschseins beschäftigt. Am Ende müssen alle Bereiche, wie Ontologie, Erkenntnistheorie, Ethik, Ökonomie, Ökologie, Politik, Kunst und Soziales neu gedacht und miteinander verbunden werden.
Das Ziel kann nur sein, die technokapitalistische (Un)Kultur zu überwinden, die auf der Zerstörung der Natur, auf Ausbeutung, Unterdrückung und Konkurrenz basiert. Stattdessen sollten wir eine Kultur der Zusammenarbeit, Wertschätzung und Empathie fördern. Vor allem aber gilt es, zu den Quellen unseres Menschseins zurückzukehren. Diese Quellen liegen in unserer tiefen Verbundenheit mit der Natur, mit unseren Mitmenschen und nicht zuletzt mit dem Göttlichen als Urgrund allen Seins. Die Aufgaben, die vor uns liegen, sind gewaltig. Ihre Lösung wird darüber entscheiden, ob unsere Spezies die Bezeichnung Homo sapiens wirklich verdient oder ob wir uns als Homo demens aus der Geschichte verabschieden.
Jürgen Moltmann im Gespräch mit Eckart Löhr
Jürgen Moltmann gilt als der politische Theologe mit gesellschaftlicher und kirchlicher Relevanz. Sein ganz eigenes Profil, seine besondere Überzeugungskraft und nicht zuletzt sein umfangreiches theologisches Werk (Theologie der Hoffnung, Gott in der Schöpfung, Der lebendige Gott und die Fülle des Lebens) haben das Denken und Handeln in der deutschen Gesellschaft und international über Jahrzehnte mitgeprägt. Nun setzt er noch einmal einen Akzent. Den 90. Geburtstag nimmt Eckart Löhr zum Anlass, mit Jürgen Moltmann auf ein bewegtes theologisches und politisches Leben zurückzuschauen. Offen und beherzt gibt Moltmann Einblick in seine Wurzeln, sein politisches Reifen und sein Engagement für eine Theologie für unsere Zeit. Im Vordergrund stehen aktuelle Fragen und der Blick in die Zukunft unserer Gesellschaft. Das bewegende Buch eines mutigen Christen und Zeitzeugen eines ganzen Jahrhunderts.
Die Printausgabe dieses Buches ist inzwischen vergriffen. Als E-Book ist es aber noch verfügbar.
»Der Leser erhält einen guten Überblick über die Grundgedanken Moltmanns. Die gelungene Einführung vermittelt einen lebhaften Eindruck seiner Person.« (Norbert Copray im »Publik Forum)
»… Das Buch ist wie ein Einstippen in die reichhaltige theologische Küche Moltmanns und zugleich ein Appetitanreger für jene, die meinen, Theologie sei praxisfern. Zugleich ist es eine Ermutigung, dass das Alter durch Gottes Gnade den Charakter einer Krönung haben kann.« (Dr. Heinrich Christian Rust in »Aufatmen«)
Patmos Verlag, Ostfildern 2016, 112 Seiten, EAN 978-3-8436-0755-1
Conversación con Eckart Löhr
Jürgen Moltmann encontró la inspiración inicial de su teología en su primera experiencia de la realidad de Dios siendo prisionero de guerra en Bélgica entre 1945 y 1948. Fue una vivencia doble: de Dios como poder de la esperanza y de la presencia de Dios en el sufrimiento, temas ambos que conformarán más tarde las dos caras complementarias de su teología. En conversación con Eckart Löhr, el teólogo alemán hace ahora un breve pero intenso recorrido por las cuestiones principales de su pensamiento, siempre ligado a las circunstancias históricas del mundo contemporáneo, y expone las razones de su propia esperanza personal. Para Moltmann, el Dios hecho hombre representa, a través del sufrimiento y la desolación, el sí al género humano y la protesta más enérgica en contra de la muerte. La redención no solo supone la trascendencia sino que acontece también en esta tierra: «Dios se ha implicado en esta creación y eso significa un despojamiento de Dios» en favor de la responsabilidad humana.
Editorial Trotta, 2017, broschiert, 96 Seiten
Ein Gespräch mit dem Genetiker und Evolutionstheoretiker Carsten Bresch
Ein Gespräch mit dem Physiker, Genetiker und Evolutionstheoretiker Carsten Bresch über Biologie, Evolution, Wissenschaft und Religion. Zentrale Themen sind die Entwicklung des Lebens, die Anfangsbedingungen des Universums und damit verbundene metaphysische Fragestellungen. In diesem Zusammenhang geht es auch immer wieder um die Ideen des französischen Philosophen, Theologen und Anthropologen Teilhard de Chardin.
Carsten Bresch wurde 1921 in Berlin geboren und lebt heute in Freiburg. Ab 1949 arbeitete er als Assistent am damaligen Max-Planck-Institut für physikalische Chemie in Göttingen. 1957 Lehrstuhl für Mikrobiologie an der Universität Köln. 1964-1968 war Carsten Bresch Head of Biology Division am Southwest Center of Advanced Studies in Texas. Ab 1968 Lehrstuhl für Genetik am Institut für Biologie III der Universität Freiburg. Daneben war er Leiter des Zentrallabors für Mutagenitätsprüfung der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Carsten Bresch ist Autor des internationalen Standardlehrbuchs Klassische und molekulare Genetik. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit engagierte er sich in theologisch-naturwissenschaftlichen Diskussionen, unter anderem zusammen mit dem katholischen Theologen Helmut Riedlinger.
Deutscher Wissenschaftsverlag (DWV), Juli 2015, 35 Seiten, ISBN: 978-3-86888-093-9



