Als Autor beschäftige ich mich vor allem mit den Voraussetzungen und Perspektiven einer sozial-ökologischen Transformation.

Dabei verbinde ich die Kritik am gegenwärtigen techno-kapitalistischen Gesellschaftsmodell und seinen bekannten ökologischen und sozialen Folgen mit dem Versuch, die Grundlagen einer zukunftsfähigen und enkeltauglichen Gesellschaft neu zu bestimmen.

Dazu habe ich zuletzt das Buch Die Würde der Natur. Plädoyer für einen radikalen Perspektivenwechsel (oekom Verlag) veröffentlicht, eine tiefgreifende Kritik unseres expansiven Lebensmodells und zugleich ein eindringlicher Appell für ein neues Verhältnis zwischen Mensch und Natur.

 

Die Würde der Natur

Unser westliches Zivilisationsmodell, das sich beinahe über die ganze Welt verbreitet hat, steckt in einer tiefen Krise. Das hat auch mit unserem falschen Bild von Natur zu tun: Wir nehmen in der Regel nur ihre wissenschaftlich beschreibbare »Außenseite« wahr und ignorieren beziehungsweise objektivieren ihre »Innenseite«. Doch ist es gerade diese Seite der Welt, die der Natur ihren Wert verleiht, da sie für Subjektivität, Freiheit, Gefühl, Kreativität und Kommunikation steht.

Die zerstörerischen Folgen dieser defizienten Weltanschauung sind in den letzten Jahrzehnten immer offensichtlicher geworden. So habe ich in diesem Buch versucht, eine neue Perspektive auf die Natur zu entwickeln und plädiere für eine umfassende Transformation unseres derzeitigen Lebensmodells. Das betrifft vor allem den ökologischen, sozialen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereich.

Doch eine tiefgreifende und dauerhafte ökonomische und sozial-ökologische Transformation erfordert auch und vor allem einen tiefgreifenden Wandel unseres Bewusstseins. Deshalb habe ich mich in diesem Buch neben umweltethischen und naturphilosophischen Fragen auch mit den spirituellen Dimensionen des Menschseins beschäftigt. Am Ende müssen alle Bereiche, wie Ontologie, Erkenntnistheorie, Ethik, Ökonomie, Ökologie, Politik, Kunst und Soziales neu gedacht und miteinander verbunden werden.

Das Ziel kann nur sein, die technokapitalistische (Un)Kultur zu überwinden, die auf der Zerstörung der Natur, auf Ausbeutung, Unterdrückung und Konkurrenz basiert. Stattdessen sollten wir eine Kultur der Zusammenarbeit, Wertschätzung und Empathie fördern. Vor allem aber gilt es, zu den Quellen unseres Menschseins zurückzukehren. Diese Quellen liegen in unserer tiefen Verbundenheit mit der Natur, mit unseren Mitmenschen und nicht zuletzt mit dem Göttlichen als Urgrund allen Seins. Die Aufgaben, die vor uns liegen, sind gewaltig. Ihre Lösung wird darüber entscheiden, ob unsere Spezies die Bezeichnung Homo sapiens wirklich verdient oder ob wir uns als Homo demens aus der Geschichte verabschieden.

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In meinem letzten Buch »Die Würde der Natur« habe ich mich mit den zentralen Ursachen der ökologischen Krise beschäftigt.

Allerdings bin ich nicht bei der Analyse stehengeblieben, sondern habe versucht aufzuzeigen, wie eine zukunftsfähige Gesellschaft aussehen könnte, die nicht mehr auf Kosten der Natur und über die Verhältnisse anderer lebt.

Das reicht von tiefenökologischen Ansätzen über spirituelle Fragen bis hin zur Auseinandersetzung mit den Ideen einer Postwachstumsökonomie.