Eckart Löhr setzt sich als Autor vor allem mit umweltethischen, philosophischen und gesellschaftlichen Fragen auseinander.

Seine Texte erscheinen in namhaften Magazinen und Zeitungen, darunter das Publik-Forum, der Freitag, das Philosophie Magazin, die NZZ (Neue Zürcher Zeitung), Spektrum der Wissenschaft, Psychologie Heute und andere.

Zuletzt veröffentlichte er im Oekom Verlag das Buch Die Würde der Natur. Plädoyer für einen radikalen Perspektivenwechsel, eine tiefgreifende Kritik unseres expansiven Lebensmodells und zugleich ein eindringlicher Appell für ein neues Verhältnis zwischen Mensch und Natur.

Weil es ums Ganze geht

Die gegenwärtige globale Krise, die sich nicht nur auf ökologischer Ebene, sondern in zahlreichen weiteren sozialen, ökonomischen und politischen Verwerfungen zeigt, ist das Ergebnis unseres kollektiven Denkens und Handelns. Sie ist nicht zuletzt Ausdruck einer Weltordnung, die der Soziologe Jean Ziegler treffend als »kannibalisch« bezeichnet hat – ein System, das wenigen enormen Reichtum beschert, während jedes Jahr rund eine Million Kinder an Mangelernährung sterben.

Diese ungerechte Welt(un)ordnung ist menschengemacht – und genau darin liegt auch unsere Chance: Was von uns geschaffen wurde, kann von uns verändert werden. Das betrifft vor allem das dieser Weltordnung zugrunde liegende Wirtschaftssystem. Der Kapitalismus neoliberal-libertärer Ausprägung steht in direktem Zusammenhang mit der fortschreitenden Zerstörung unseres Planeten. Seine Logik der endlosen Ausbeutung ist unvereinbar mit ökologischer und sozialer Gerechtigkeit. »Dieses System ist nicht reformierbar. Es muss entmachtet, delegitimiert und überwunden werden.« (Marc Chesney).

Voraussetzung für eine solche radikale Veränderung ist, dass wir – als globale Zivilgesellschaft – die Kontrolle über unsere Zukunft zurückgewinnen, die wir einigen Tech-Oligarchen und weithin unfähigen und in Teilen korrupten Politikern und Politikerinnen überlassen haben. Wir müssen uns wieder Handlungsspielräume erkämpfen und uns über die Ursachen der heutigen Krisen klar werden. Vor allem müssen wir mutig eine positive Vision davon entwickeln, wie wir leben möchten. Nur so können wir unsere Gesellschaft so transformieren, dass sie zukunftsfähig wird – ohne dabei die wertvollen Errungenschaften der Vergangenheit aufzugeben.

So bin ich davon überzeugt, dass eine echte, tiefgreifende und dauerhafte ökonomische und sozial-ökologische Transformation – bzw. Revolution – auch einen Wandel unseres Bewusstseins erfordert. Deshalb beschäftige ich mich neben umweltethischen und naturphilosophischen Fragen auch mit den spirituellen Dimensionen des Menschseins. Ontologie, Erkenntnistheorie, Ethik, Ökonomie, Ökologie, Politik, Kunst und Soziales – all diese Bereiche sind untrennbar miteinander verbunden und müssen, wenn nötig, neu gedacht werden.

Vor allem aber gilt es, zu den Quellen unseres Menschseins zurückzukehren. Diese Quellen liegen in unserer tiefen Verbundenheit mit der Natur, mit unseren Mitmenschen und nicht zuletzt mit dem Göttlichen als Urgrund allen Seins. Die Aufgaben, die vor uns liegen, sind gewaltig. Ihre Lösung wird darüber entscheiden, ob unsere Spezies die Bezeichnung Homo sapiens wirklich verdient oder ob wir uns als Homo demens aus der Geschichte verabschieden.

Die Würde der Natur

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Die Würde der Natur

In meinem letzten Buch »Die Würde der Natur« habe ich mich mit den zentralen Ursachen der ökologischen Krise beschäftigt.

Allerdings bin ich nicht bei der Analyse stehengeblieben, sondern habe versucht aufzuzeigen, wie eine zukunftsfähige Gesellschaft aussehen könnte, die nicht mehr auf Kosten der Natur und über die Verhältnisse anderer lebt.

Das reicht von tiefenökologischen Ansätzen über spirituelle Fragen bis hin zur Auseinandersetzung mit den Ideen einer Postwachstumsökonomie.